DOSB-TEAM VERPASST KNAPP TOP-DREI-PLATZ BEI OLYMPISCHEN WINTERSPIELEN  

NACHTRÄGLICH GOLDMEDAILLEN FÜR HARZER BIATHLETEN BÖHM UND PEIFFER

Hannover/Mailand/Cortina – Mit Platz fünf im Medaillenspiegel sind für die deutschen Sportlerinnen und Sportler die 25. Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d‘Ampezzo zu Ende gegangen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte als Ziel einen Top-Drei-Platz angestrebt. Doch acht Gold-, zehn Silber und acht Bronzemedaillen reichten für das Team Deutschland nicht ganz für das erhoffte Spitzenergebnis. Norwegen (18/12/11}, die USA (12/12/9), die Niederlande (10/7/3) und Gastgeber Italien (10/6/14) erzielten im Ranking ein besseres Resultat.

Unter den 185 Athletinnen und Athleten, die der DOSB für die Winterspiele nominiert hatte, befand sich offiziell kein Teilnehmer aus Niedersachsen. Leichtathletik-Sprinterin Talea Prepens vom TV Cloppenburg hatte sich auf dem letzten Drücker für den Zweier-Bob qualifiziert. Die Anschieberin von Kim Kalicki fuhr aber im olympischen Eiskanal für den MSC Magdeburg. Das Duo Kalicki/Prepens verpasste als Vierte nur knapp die Bronzemedaille.

Als „halber Niedersachse“ kann der erfolgreiche Bobfahrer Thorsten Margis vom SV Halle bezeichnet werden. Der renommierte Anschieber verbrachte seine Kindheit im Peiner Land. Er wuchs in Adendorf und Edemissen auf, ging in Groß Ilsede auf das Gymnasium und nahm als talentierter Zehnkämpfer 2008 für die LG Peiner Land sogar an der Junioren-Weltmeisterschaft teil. Im Eiskanal von Cortina krönte Margis seine grandiose Bob-Karriere mit der fünften Olympia-Goldmedaille, diesmal im Vierer von Pilot Johannes Lochner.

Zwei echte Niedersachsen sind Arnd Peiffer und Daniel Böhm. Die Ex-Biathleten aus dem Harz und ihre Mitstreiter Erik Lesser und Simon Schempp erhielten mit einer Verzögerung von zwölf Jahren die olympischen Goldmedaillen für die Männer-Staffel bei den Spielen 2014 in Sotschi. Damals hatte Gastgeber Russland das Rennen gewonnen, doch wegen eines Doping-Falles wurde den Russen der Sieg und das Gold in einem langwierigen Verfahren aberkannt.

In einer stimmungsvollen Siegerehrung erhielten am 15. Februar in der voll besetzten Antholz-Arena die Quartetts aus Deutschland (Gold), Österreich (Silber) und Norwegen (Bronze) die neuen Medaillensätze. Das deutsche IOC-Mitglied Michael Mronz übergab die Plaketten.

„Der Rahmen hätte würdiger nicht sein können – vor so einer Kulisse, mit tollen Zuschauerrinnen und Zuschauern und bei schönem. Vor allem war es besonders, gemeinsam mit den anderen Medaillengewinnern feiern zu können. Wir freuen uns, dass wir das alle zusammen erleben durften“, sagte Arnd Peiffer stellvertretend für das deutsche Team.

Der sechsmalige Sportler des Jahres in Niedersachsen vom WSV Clausthal-Zellerfeld erhöhte mit der späten Ehrung seine Olympia-Bilanz auf zweimal Gold und einmal Bronze.  Über die olympischen Wettbewerbe hatte Peiffer als Co-Kommentator für die ARD berichtet. Die beiden Harzer Gold-Männer Böhm und Peiffer werden auch in der Hall of Fame des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte (NISH) gewürdigt.

Text: Peter Hüber (Vorstand NISH), Februar 2026