Nachruf Horst Meyer

Trauer um Olympiasieger Horst Meyer

Der deutsche Sport trauert um Ruder-Legende Horst Meyer. Der langjährige Schlagmann des Deutschland-Achters und Olympiasieger von 1968 ist tot. Er starb am 24. Januar überraschend im Alter von 78 Jahren auf den Kanaren. Dort besaß der studierte Diplom-Ingenieur und promovierte Betriebswirt nach Angaben der <Hannoverschen Allgemeinen Zeitung> mit seiner Ehefrau eine Ferienwohnung auf Lanzarote.

Der gebürtige Hamburger, der seit vielen Jahren in seiner Wahlheimat Hannover lebte und Mitglied im Hannoverschen Ruder-Club war, zählte zu den Ausnahmesportlern. Neben der Goldmedaille in Mexiko 1968, als der Achter einen Rückstand aufholte und in einem fulminanten Schlussspurt knapp vor Australien siegte, holte Meyer 1964 in Tokio Olympia-Silber. Außerdem errang er zwei WM-Titel und wurde viermal Europameister.

Das Niedersächsische Institut für Sportgeschichte (NISH) nahm Horst Meyer für seine Verdienste um den Sport bereits 1988 in seine Hall of Fame auf. Auch nach dem Ende seiner Aktivenzeit engagierte sich der NISH-Ehrengalerist in Sport und Gesellschaft. Der Unternehmensberater war viele Jahre Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Er kritisierte den Olympia-Boykott 1980 in Moskau, organisierte die Hamburger Bewerbung für Olympia 2012 und unterstützte unter anderem die Einrichtung eines Lernortes zur NS-Zeit in Hannover.

2008 hatte sich Meyer bereit erklärt, für das Amt des Vorsitzenden im Deutschen Ruder-Verband (DRV) zu kandidieren. Doch der Olympiasieger verlor die Wahl gegen Siegfried Kaidel. Der amtierende DRV-Vorsitzende würdigte den Verstorbenen als eine <herausragende Persönlichkeit, die sich sowohl im Rudersport als auch im gesamten Olympischen Sport sehr stark engagiert hat>. Kaidel fügte auf der Verbands-Homepage hinzu: <Ich habe Horst Meyer immer großen Respekt gezollt. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie. Wir werden ihn in ehrendem Angedenken behalten.>

Peter Hübner 

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