Hannover – Ein Klassentreffen der besonderen Art hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Rande der Finals vom 23. bis 26. Juli 2026 in Hannover organisiert. 50 Jahre nach den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck (Winter) und Montreal (Sommer) wurden die deutschen Medaillengewinner aus Ost und West zu einem Wiedersehenstreffen in die niedersächsische Landeshauptstadt eingeladen. Mehr als 100 erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler samt ihren Begleitungen folgten der Einladung des DOSB-Präsidenten Thomas Weikert.
Die ehemaligen deutschen Sport-Asse beklatschten am Freitag, den 24. Juli, zunächst die aktuellen deutschen Top-Athleten bei den Meisterschafts-Wettkämpfen (Finals) im Rudern und Turnen. Den Abend genossen die Sportgrößen von einst bei einem gemeinsamen Empfang auf der 10. Etage des Loftstyle-Hotels in unmittelbarer Nähe des Mittelland-Kanals. Die Rooftop-Bar bot nicht nur eine prima Aussicht auf Hannover, sondern auch die Gelegenheit zum ausgiebigen Fachsimpeln und Gedankenaustausch.
Medienvertreter waren zu der Veranstaltung nicht zugelassen. Was etwas verwundert, denn DOSB-Präsident Weikert und Finals-Organisator Hagen Boßdorf – ein ehemaliger ARD-Sportkoordinator – nutzten die Gelegenheit, um auch über die deutsche Olympiabewerbung zu sprechen. Auf der Teilnehmerliste, die dem Niedersächsischen Institut für Sportgeschichte (NISH) vorliegt, ist zu lesen, dass immerhin mehr als 40 Goldmedaillengewinner von vor 50 Jahren nach Hannover gekommen waren.
Den prominentesten Namen trägt dabei die ehemalige Weltklasse-Schwimmerin Kornelia Grummt-Ender. Sie hatte als 17-jähriger Teenager vier Goldmedaillen in Montreal gewonnen. Zwei Jahre später beendete sie ihre Karriere als Leistungssportlerin. Ähnlich erfolgreich wie Grummt-Ender war ihre Schwimm-Kollegin Ulrike Richter-Schmidt mit dreimal Gold. Die Ruderinnen und Ruderer aus der früheren DDR waren beim Klassentreffen besonders zahlreich vertreten. Kein Wunder: Bei den olympischen Wettbewerben im Bassin Ile Notre-Dame gewannen sie in allen 14 Bootsklassen eine Medaille, darunter neunmal die Gold-Version.
Niedersachsen wurde unter anderem durch Olympiasieger Karlheinz Smieszek aus Salzgitter vertreten. Der frühere Sportschütze ist seit 2018 auch Vorsitzender der Gemeinschaft Deutscher Olympiateilnehmer, die sich um ähnliche Treffen mit ehemaligen Olympioniken bemüht. Guido Kratschmer, der vor 50 Jahren die Silbermedaille im Zehnkampf errang, war ebenfalls angereist. Die Karriere des späteren Weltrekordlers hatte beim LAZ Südheide begonnen. Nicht anwesend waren andere bekannte Olympiasieger von 1976 wie Thomas Bach, Alwin Schockemöhle oder Waldemar Cierpinski. Sprint-Olympiasiegerin Annegret Richter wurde einen Tag später bei den Finals der Leichtathleten in Bochum-Wattenscheid geehrt.
An der olympischen Wiedersehensfeier nahmen auch die fünf Gewinner der Team D Awards 2026 teil. Der Nordische Kombinierer Johannes Rydzek, Para Ski Alpin-Athletin Anna-Lena Forster, Bobfahrer Georg Fleischhauer sowie das Rennrodel-Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt erhielten die Auszeichnung für ihr sportlich und menschlich vorbildliches Auftreten bei den Olympischen und Para-Olympischen Winterspielen in diesem Jahr in Mailand und Cortina.
Text: Peter Hübner (Vorstand NISH)

Klassentreffen in Hannover: Die olympischen Medaillengewinner von 1976 in Innsbruck und Montreal

Kornelia Grummt-Ender (links), Olympiasiegerin 1976 im Schwimmen, und Ute Rührold, Olympia-Zweite 1976 im Rennrodeln.

Frank Ullrich (rechts), Olympia-Dritter im Biathlon, und seine Ehefrau
(Fotonachweis: Picture Alliance/DOSB)

